Anfrage bezüglich geplanten Neubaus einer Konverteranlage in Meerbusch-Osterath

Sehr geehrter Herr Landrat,

wir bitten Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung des kommenden Kreisausschusses am 12.02.2020 zu setzen.

Der nördliche Konverter in Osterath soll nicht mehr im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens, wie ursprünglich beabsichtigt, sondern nunmehr in einem vereinfachten Verfahren nach dem BImSchG verwirklicht werden. Im vereinfachten Verfahren ist die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht notwendig. Die Bürger machen sich erhebliche Sorgen hinsichtlich gesundheitlicher und umweltbezogener Gefahren.

Es stellen sich daher folgende Fragen:

  1. Entstehen Koronareffekte und die dadurch bewirkte Ionenbindung
  2. Werden auch bei max. Stromstärke/Lastzustand des VSC Konverters (größer2GW/380 KV) alle Emissionswerte eingehalten?
  3. Werden die Transformatoren gegen Schall mit Einhausungen versehen?
  4. Alle Emissionsgrenzen sind in einem sicheren Abstand zur Umwelt und reichen nicht an die Grenzwerte der 26. BImSchV,Lt. 26. BImschV § 1 (1) die Verordnung berücksichtigt aber nicht die Wirkungen elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf elektrisch oder elektronisch betriebene Implantate. Wie werden diese berücksichtigt?
  5. Besteht eine Beeinflussung der Umgebung durch den VSC Konverter bei höchstbetrieblicher Anlagenauslastung, (Ohmsche Beeinflussung)
  6. Gibt es keine Streukorrosion durch den VSC Konverter/Konverterstation und den Anschlussleitungen?
  7. Ist bei Feuer in der VSC Konverterhalle und Transformatoren, ein Brand- und Blitzschutz vorgesehen? (Amprion und Fachleute schließen diese Gefahr nicht aus)
  8. Gibt es einen Gefahrenplan für den Fall von Ölaustritt? In der Umspannanlage Utfort gab es lt. Amprion Pressemitteilung v. 14.01.2016 einen Ölaustritt.
  9. Liegt eine Gefährdung der Wasserwirtschaft, hier des Grundwassers und des Trinkwassers vor, da der Konverter in unmittelbarer Nähe einer Wasserschutzzone und neben einer großen Wasserfläche, die durch Kiesabbau entstanden ist liegt?
  10. Ist eine Feuerwehr überhaupt in der Lage ein derartiges Feuer, hier im Konverter, zu löschen?
  11. Liegen die naturschutzrechtlichen Voraussetzungen vor? Liegt faktisch ein FFH- oder Vogelschutzgebiet vor?
  12. Wurde der Arten- und Biotopschutz berücksichtigt?
  13. Wird die Landschaft für die Erholung der Bevölkerung beeinträchtigt
  14. Führt die Großanlage des Konverters, hier einer Höhe von ca. 20 m und einer Fläche von 120.000 qm, zu einem besonders groben Eingriff in das Landschaftsbild?
  15. Können Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft tatsächlich ausgeschlossen werden?

 

Anmerkung:

Der Rhein-Kreis Neuss hat einen Entwicklungsplan Kulturlandschaft erarbeitet. Die Abgrabungen östlich der Bahnlinie sind abgeschlossen. Dieser Bereich soll dem Schutz der Natur und für die Entwicklung des Biotop- und Artenschutzes vorgesehen werden. Der westliche Teil soll der stillen Erholung dienen. Schwerpunkte sind die landschaftsbezogene Erholung und der Schutz der Natur. Insbesondere ist der Bedarf einer attraktiven Erholungslandschaft bei anwohnerstarken Städten dringend gegeben. Die Seenlandschaft beiderseits der BAB 57 stellt eine bedeutende Netzbrücke zwischen dem Freiraumkorridor Am Alten Rhein und dem Denkmalkorridor Napoleonischer Nordkanal. Mit dem Bau des Konverters würde die Schaffung einer attraktiven Erholungslandschaft verhindert. Zurzeit handelt es sich um Ackerflächen, Abbauseen sowie Biotope entlang der Abbauseen. Eine Konverteranlage in dieser Größenordnung wurde noch niemals gebaut. Welche tatsächlichen Auswirkungen der Konverter auf die Umgebung hat, ist völlig unklar. Im Rahmen von Gutachten wurden lediglich fiktive und modellartige Berechnungen durchgeführt.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift_Thiel

-Carsten Thiel-
(Fraktionsvorsitzender)