Wohnen für Hilfe

Sehr geehrte Frau Vorsitzende Brand,
wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des kommenden Sozial- und Gesundheitsausschusses am 05.12.2019 zu setzen.

Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt, das Konzept „Wohnen für Hilfe“ im Rhein-Kreis Neuss
umzusetzen.

Begründung:
Wie alle Münchner und Kölner Umlandgemeinden leidet auch der Rhein-Kreis Neuss unter einem Engpass an bezahlbarem Wohnraum. Zudem gibt es viele größere Wohneinheiten (Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Wohnungen), die nur noch von Senior(inn)en bewohnt werden, die zunehmend auf Hilfe im Haushalt angewiesen sind, und denen ohne entsprechende Unterstützung nur der Weg in betreute Wohnprogramme bleibt.

Das Konzept „Wohnen für Hilfe“ hat in den letzten 20 Jahren in München bewiesen, dass es tragfähig ist und selbst nach diesem langen Zeitraum nach wie vor erfolgreiche Vermittlung von Wohnpartnerschaften mit dem Ziel, generationenübergreifende Wohngemeinschaften zu gründen, ermöglicht.
https://www.studentenwerk-muenchen.de/wohnen/weitere-wohnangebote/wohnen-fuer-hilfe/

In Köln gibt es Wohnpartnerschaften zwischen den Generationen seit 2009
https://www.hf.uni-koeln.de/33042

Grundidee ist es, Generationen zu verbinden und Wohnraum zu teilen. Es werden Wohnungssuchende, meist junge Menschen mit älteren Menschen zusammengebracht.
Gegenleistung ist nicht eine Mietzahlung, sondern eine individuell vereinbarte Hilfeleistung.

Die Hilfe umfasst dabei keine Pflegeleistung, sondern Hilfen in Haushalt und Garten, beim Einkauf, eine regelmäßige Begleitung zum Spazierengehen oder zum Arzttermin.

Als Orientierung für die Leistung wird vorgegeben:
1m² Wohnfläche = 1 Stunde Hilfeleistung im Monat. Zusätzlich werden vertraglich vereinbarte Nebenkosten monatlich bezahlt.

Neben der Vermittlung von Wohnpartnerschaften zwischen Student(inn)en und Senior(inn)en soll im Rhein-Kreis Neuss die Nutzung der Wohneinheiten schwerpunktmäßig durch Auszubildende (beispielsweise Auszubildende der ansässigen Pflegeheime) und andere Interessenten aus dem Bereich geringverdienender Arbeitstätiger erweitert werden.
Folgende Ziele sollen durch das Konzept erreicht werden:

  1. Es ermöglicht Senior(inn)en das Älterwerden in der vertrauten Umgebung

  2. Es unterstützt ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben im Alter

  3. Es wirkt der Vereinsamung im Alter entgegen und entlastet die Angehörigen

  4. Junge Menschen erhalten günstigen Wohnraum

  5. Der Austausch der Generationen unterstützt das Miteinander.

Zu prüfen ist, ob Fördergelder für das Projekt zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift_Thiel

-Carsten Thiel-
(Fraktionsvorsitzender)